Meniskusriss
Was ist ein Meniskusriss?
Das Kniegelenk verfügt über einen inneren und einen äußeren Meniskus, die zusammen mit dem Knorpelüberzug der Gelenkflächen als Stoßdämpfer fungieren. Sie tragen entscheidend zur Stabilität und Belastbarkeit des Knies bei.
Ein Meniskusriss kann starke Schmerzen, Blockierungen oder Bewegungseinschränkungen verursachen. In vielen Fällen ist eine operative Therapie sinnvoll, um die natürliche Gelenkfunktion wiederherzustellen.
Operative Behandlung
Meniskusnaht vs. Teilresektion
Wenn möglich, wird der Meniskus erhalten, da meniskuserhaltende Eingriffe langfristig die besten Ergebnisse für Gelenkfunktion und Knorpelschutz liefern. Bei irreparablen Schäden kann eine gezielte Teilresektion die Beschwerden lindern und die Belastbarkeit des Knies rasch verbessern.
Refixation vs. Resektion:
Ob eine Meniskusnaht (Refixation) oder eine Meniskusteilentfernung (Resektion) durchgeführt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Faktoren
– Rissform (im MRT und während der Operation festgestellt)
– Gewebequalität
– Alter und Gewicht des Patienten
– Vorhandene Vorschädigungen
Ursachen und Formen des Meniskusrisses
1. Degenerative Meniskusläsionen
Degenerative Risse entstehen häufig ohne akutes Trauma durch altersbedingte Verschleißprozesse. Der Meniskus verliert an Elastizität, kleine Einrisse entstehen bereits bei alltäglicher Belastung wie Treppensteigen oder Gehen.
Symptome
– Belastungsabhängige Schmerzen
– Wiederkehrende Gelenkergüsse
– Eingeschränkte Rotations- oder Beugebewegungen
2. Beinachsenfehlstellungen
Fehlstellungen wie O-Beine (Varus) oder X-Beine (Valgus) beeinflussen die Belastungsverteilung im Knie. In manchen Fällen kann eine Achskorrektur (Osteotomie) sinnvoll sein, um Gelenkverschleiß zu verhindern.
Varus vs. Valgus
– Varus → Überlastung des Innenmeniskus
– Valgus → Überlastung des Außenmeniskus
3. Meniskuswurzelverletzungen
Die Meniskuswurzel verbindet den Meniskus mit dem Schienbein. Ein Riss, besonders am hinteren Innenmeniskus, kann die Funktion des Meniskus stark beeinträchtigen und Arthrose begünstigen.
Behandlung
– Oft operative Refixation,
– um die Biomechanik des Knies wiederherzustellen.
4. Meniskusextrusion
Bei einer Meniskusextrusion tritt der Meniskus aus dem Gelenkspalt. Dadurch verliert er seine Fähigkeit, Kräfte gleichmäßig zu verteilen.
Risiko
– Beschleunigte mediale Gonarthrose

Ultraschall-geführte Meniskusinfiltration
Bei akuten oder chronischen Beschwerden kann eine ultraschall-geführte perimeniskale Injektion die Symptome lindern.
Ziele
– Entzündungen reduzieren
– Schmerzen lindern
– Beweglichkeit verbessern
Ablauf
1. Patient liegt auf Behandlungsliege
2. Ultraschall lokalisiert den Meniskus
3. Medikament wird präzise injiziert (Kortison, Hyaluronsäure oder lokale Analgetika)
4. Kurze Ruhephase danach
Dauer
– 5–10 Minuten
Vorteil
– minimal-invasiv
– gezielt
– kann Operation hinauszögern oder vermeiden
Hinweis
– Die Injektion behandelt Symptome, nicht die Ursache
– besonders wirksam in Kombination mit Physiotherapie
Häufig gestellte Fragen zur Meniskusinfiltration
OA Dr. Dominik Roider

Facharzt für Orthopädie & Traumatologie
Operative Therapie oder Infiltration: Ihr Weg zu einem gesunden Knie.
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