Osteotomie
Was ist ein Osteotomie?
Eine Osteotomie ist ein gezielter operativer Eingriff, bei dem ein Knochen bewusst durchtrennt und neu ausgerichtet wird. Sie dient der Korrektur von Fehlstellungen des Beines, insbesondere von Achs- und Rotationsfehlern, die zu Schmerzen, Instabilität oder Fehlbelastungen im Kniegelenk führen können.
Ziel ist es, die natürliche Biomechanik wiederherzustellen, ungünstige Kräfte auf das Knie zu reduzieren und das Gelenk langfristig zu stabilisieren und zu entlasten.
Korrekturosteotomie
Nachhaltige Stabilisierung des Kniegelenks
Eine Korrekturosteotomie wird in der Regel dann empfohlen, wenn Beschwerden im Knie nicht nur durch Schäden an Bändern oder Knorpel, sondern durch Fehlstellungen des Beines verursacht werden.
Solche Achs- oder Rotationsfehler führen dazu, dass die Kräfte beim Gehen, Laufen oder Beugen ungleichmäßig über das Kniegelenk verteilt werden.
Diese Fehlbelastungen können langfristig zu:
– wiederkehrenden Instabilitäten der Kniescheibe (Patellainstabilität)
– Schmerzen im Alltag oder beim Sport
– frühzeitigem Knorpelverschleiß
– erhöhtem Risiko für weitere Knieverletzungen führen.
– Sehr häufig findet sich bei degenerativen Meniskusläsionen eine Fehlstellung der Beinachse.
Achs- und Rotationsfehler korrigieren
Eine Osteotomie kann in Fällen von Fehlstellungen gezielt die Beinachse oder Rotationsstellung korrigieren, sodass die mechanische Belastung wieder optimal verteilt wird. Dadurch wird das Knie stabiler, belastbarer und die Wahrscheinlichkeit erneuter Beschwerden reduziert.
Typische Fehlstellungen
– Genu valgum (X-Bein)
– Genu varum (O-Bein)
– Rotationsfehler von Oberschenkel oder Unterschenkel
Ziel der Osteotomie
Die Osteotomie behandelt nicht nur die Symptome, sondern die mechanische Ursache der Beschwerden.
In solchen Fällen reicht eine isolierte Band- oder Weichteiloperation oft nicht aus, da die Biomechanik des gesamten Beines weiterhin ungünstig bleibt.
Durch die gezielte Korrektur der Beinachse oder Rotation wird:
– die Lastverteilung im Kniegelenk normalisiert
– der seitliche Zug auf die Kniescheibe reduziert
– das Risiko erneuter Instabilitäten deutlich gesenkt
– die Knorpelgesundheit langfristig geschützt
Formen der Korrekturosteotomie
1. Femurosteotomie
Eine Osteotomie kann hier öffnend oder schließend durchgeführt werden. In den meisten Fällen ist die Normalisierung der Beinachse das Ziel, selten liegt ein Rotationsfehler vor.
Die Femurosteotomie wird am Oberschenkelknochen durchgeführt, häufig als:
– schließende Osteotomie bei O-Bein oder X-Bein Fehlstellung
– Derotationsteotomie bei erhöhter Oberschenkenkeldrehung
2. Tibiaosteotomie
Ziel ist eine gleichmäßige Lastverteilung innen und außen am Kniegelenk
Die Tibiaosteomtomie betrifft den Unterschenkel und dient zur Achskorrektur bei:
– O-Bein Fehlstellung (öffnende Osteotomie, HTO)
– X-Bein Fehlstellung (schließende Osteotomie)
Osteotomie und Patellainstabilität – wie hängt das zusammen?
Die Osteotomie ist keine Behandlung der Patellainstabilität an sich, sondern eine Therapie der zugrunde liegenden Fehlstellung.
Liegt die Ursache der Patellainstabilität in der Beinachse oder Rotation, kann eine Femur- oder Tibiaosteotomie entscheidend sein – oft auch in Kombination mit stabilisierenden Eingriffen wie einer MPFL-Plastik.
Nachbehandlung und Rehabilitation
Nach einer Korrekturosteotomie ist eine strukturierte Nachbehandlung entscheidend für den langfristigen Erfolg der Operation.
Sie sorgt dafür, dass der Knochen optimal heilt, die Muskulatur wiederaufgebaut wird und das Knie seine Stabilität und Funktion vollständig zurückgewinnt.
Eine gezielte Rehabilitation reduziert das Risiko von Komplikationen, unterstützt die Wiederherstellung der normalen Bewegungsabläufe und bereitet das Gelenk Schritt für Schritt auf die Belastungen des Alltags und sportlicher Aktivitäten vor.
Strukturierte Nachbehandlung
– schrittweiser Belastungsaufbau
– anfängliche Bewegungslimitierung nach ärztlicher Vorgabe
– gezielter Muskelaufbau (Quadrizeps, Hüfte, Rumpf)
– Gangschulung und Koordinationstraining
– Rückkehr zu Sport meist erst nach mehreren Monaten, abhängig vom Eingriff
Häufig gestellte Fragen zur Osteotomie
OA Dr. Dominik Roider

Facharzt für Orthopädie & Traumatologie
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