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Osteotomie

Eine Korrekturosteotomie wird in der Regel dann empfohlen, wenn Beschwerden im Knie nicht nur durch Schäden an Bändern oder Knorpel, sondern durch Fehlstellungen des Beines verursacht werden.
Solche Achs- oder Rotationsfehler führen dazu, dass die Kräfte beim Gehen, Laufen oder Beugen ungleichmäßig über das Kniegelenk verteilt werden.

Eine Osteotomie kann in Fällen von Fehlstellungen gezielt die Beinachse oder Rotationsstellung korrigieren, sodass die mechanische Belastung wieder optimal verteilt wird. Dadurch wird das Knie stabiler, belastbarer und die Wahrscheinlichkeit erneuter Beschwerden reduziert.


Die Osteotomie behandelt nicht nur die Symptome, sondern die mechanische Ursache der Beschwerden.
In solchen Fällen reicht eine isolierte Band- oder Weichteiloperation oft nicht aus, da die Biomechanik des gesamten Beines weiterhin ungünstig bleibt.


Eine Osteotomie kann hier öffnend oder schließend durchgeführt werden. In den meisten Fällen ist die Normalisierung der Beinachse das Ziel, selten liegt ein Rotationsfehler vor.

Ziel ist eine gleichmäßige Lastverteilung innen und außen am Kniegelenk


Die Osteotomie ist keine Behandlung der Patellainstabilität an sich, sondern eine Therapie der zugrunde liegenden Fehlstellung.
Liegt die Ursache der Patellainstabilität in der Beinachse oder Rotation, kann eine Femur- oder Tibiaosteotomie entscheidend sein – oft auch in Kombination mit stabilisierenden Eingriffen wie einer MPFL-Plastik.


Nach einer Korrekturosteotomie ist eine strukturierte Nachbehandlung entscheidend für den langfristigen Erfolg der Operation.
Sie sorgt dafür, dass der Knochen optimal heilt, die Muskulatur wiederaufgebaut wird und das Knie seine Stabilität und Funktion vollständig zurückgewinnt.
Eine gezielte Rehabilitation reduziert das Risiko von Komplikationen, unterstützt die Wiederherstellung der normalen Bewegungsabläufe und bereitet das Gelenk Schritt für Schritt auf die Belastungen des Alltags und sportlicher Aktivitäten vor.


Ist eine Osteotomie dasselbe wie eine Patellainstabilität?

Nein.
Die Patellainstabilität ist ein Krankheitsbild, die Osteotomie eine mögliche operative Behandlung, wenn eine Fehlstellung die Ursache der Instabilität ist.

Muss bei jeder Patellainstabilität eine Osteotomie durchgeführt werden?

Nein.

Eine Osteotomie ist nur dann sinnvoll, wenn Achs- oder Rotationsfehler eine wesentliche Rolle spielen. Viele Patient:innen können konservativ oder mit anderen Operationen behandelt werden.

Ist eine Osteotomie ein großer Eingriff?

Ja, es handelt sich um einen größeren, aber sehr gezielten Eingriff.
Er wird sorgfältig geplant und bietet bei korrekter Indikation eine hohe langfristige Erfolgschance.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Osteotomie?

Die Knochenheilung dauert mehrere Wochen.
Die vollständige Rehabilitation – inklusive Muskelaufbau und Belastungssteigerung – erstreckt sich meist über mehrere Monate.

Kann eine Osteotomie mit anderen Eingriffen kombiniert werden?

Ja.
Häufig wird sie mit stabilisierenden Maßnahmen wie einer MPFL-Plastik kombiniert, um sowohl die Ursache als auch die Instabilität selbst zu behandeln.

Ist das Ergebnis dauerhaft?

Bei korrekter Indikation und guter Nachbehandlung ist die Osteotomie eine dauerhafte Korrektur, da die mechanische Ursache gezielt behoben wird.